Bezuschussung ergonomischer Büro- und Sitzmöbel

FÖRDERUNG

Orientierungshilfe Förderfähigkeit:
Mit den richtigen Arbeitsmitteln die Teilhabe am Arbeitsleben sichern

Rehabilitation vor Rente: Nach diesem Grundsatz bieten die Deutsche Rentenversicherung (DRV) und andere soziale Träger die Bezuschussung ergonomischer Arbeitsmittel wie rückengerechter Bürodrehstühle oder elektrisch höhenverstellbarer Schreibtische an. Ziel dieser Leistungen ist der Erhalt der individuellen Arbeitsfähigkeit. Arbeitnehmer können also eine Bezuschussung beantragen, wenn die Teilhabe am Arbeitsleben durch eine Rückenkrankheit eingeschränkt ist. Gerne stehen wir Ihnen bei allen Fragen rund um rückengerechte Bürostühle, qualifizierte Kostenvoranschläge und Ergonomie am Arbeitsplatz beratend zur Seite. Sprechen Sie uns an!


ARBEITGEBER VOR KOSTENTRÄGER

Bevor man jedoch auf einen der genannten Kostenträger zugeht, sollte der Arbeitgeber einbezogen und über die Probleme am Arbeitsplatz unterrichtet werden. Denn in der Regel ist er am Erhalt der Leistungsfähigkeit seiner Mitarbeiter interessiert und wird u.U. in Anbetracht der hohen Kosten eines durch Krankheit fehlenden Mitarbeiters (eine einfache Renditerechnung dazu finden Sie hier) die Anschaffung des notwendigen Mobiliars selbst übernehmen.

Wird man aus bestimmten Gründen dennoch nicht vom eigenen Arbeitgeber unterstützt, kann man beim zuständigen Kostenträger einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben stellen. In jedem Fall aber bestimmt der Arbeitgeber über die in seinen Räumen eingesetzten Arbeitsmittel. D.h. auch wenn er die benötigten Möbel oder Hilfsmittel nicht bezahlt, so muss er deren Einsatz dennoch zustimmen.

WER KANN EINEN ANTRAG STELLEN?

Ziel ist es, die Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu bessern oder allgemein wieder herzustellen. Bezuschusst werden kann daher jeder, der sitzend arbeitet und dessen Teilhabe am Arbeitsleben gefährdet ist. Das gilt beispielsweise für alle, bei denen chronische Rückenleiden wie Bandscheiben- oder Wirbelsäulenprobleme zu wiederholter Arbeitsunfähigkeit führen und/oder eine Rehamaßnahme und/oder eine Bandscheibenoperation erfolgt ist.

WAS WIRD GEFÖRDERT?

Bezuschusst werden Möbel, die zur Ausübung der sitzenden Arbeit benötigt werden und als gesundheitsfördernd gelten, u.a. Stühle, Stehpulte und Steh-Sitz-Tische. lento-Bürodrehstühle erfüllen selbstverständlich alle gesetzlich notwenigen Richtlinien. U.a. ist festgelegt, dass aktiv dynamisches Sitzen, wie es bei einem Bürostuhl mit Synchronmechanik gegeben ist, und eine Sitzneigeverstellung vorhanden sein muss.

WER ÜBERNIMMT DIE KOSTEN?

Je nach individueller Sachlage kommen unterschiedliche Kostenträger in Frage. In den meisten Fällen ist es jedoch die Deutsche Rentenversicherung, welche die Kosten übernimmt. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Antragsteller über 15 Jahre rentenversichert sind bzw. müssen sie mit einem Heilverfahren und anschließender Kur (Anschlussrehabilitation) immerhin 5 Jahre rentenversichert sein.

WER SIND WEITERE KOSTENTRÄGER?

Die Agentur für Arbeit genehmigt beispielsweise Zuschüsse, wenn die Versicherungszeit bei der DRV weniger als 15 Jahre beträgt. Aber auch die Berufsgenossenschaften (nach einem Arbeits- oder Wegeunfall), die Krankenkassen (im Rahmen von Präventionsleistungen), das Integrationsamt/die Hauptfürsorgestelle und die Knappschaftsversicherung kommen als Kostenträger in Frage.

WO KANN ICH MICH BERATEN LASSEN?

Jeder Kostenträger hat eigene Beratungsstellen, die bei der Ausfüllung der richtigen Anträge und Zusammenstellung der Dokumente helfen. Wenn Sie Ihren individuellen Fall eindeutig einem Kostenträger zuordnen können, so sollten Sie sich direkt dort beraten lassen. Berater der DRV finden Sie z.B. hier. Darüber hinaus gibt es in Kooperation der Reha-Träger landesweit Gemeinsame Servicestellen für Rehabilitation.

WIE HOCH IST DER ZUSCHUSS?

Derzeit betragen die Zuschüsse der Deutschen Rentenversicherung 435,- Euro für einen rückengerechten Bürostuhl und sogar 1200,- Euro für einen in der Höhe verstellbaren Schreibtisch. Die Höhe des Zuschusses variiert jedoch je nach Kostenträger. Wichtig: Der Antrag muss immer zwingend vor der Anschaffung beim zuständigen Kostenträger gestellt werden. Ansonsten erlischt der Anspruch auf Bezuschussung.

WIE ERFOLGT DER ANTRAG?

Um beispielsweise eine Bezuschussung für einen ergonomischen, rückengerechten Bürostuhl von der DRV zu bekommen, füllen Sie den Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) G100 aus. Zusätzlich dazu sind die Anlagen zum Antrag G130 (mit ausführlicher Tätigkeits- und Arbeitsplatzbeschreibung) und G3143 (zur Kostenübernahme) auszufüllen. Mehr dazu im DRV-Informationsblatt G103.

WAS WIRD AUSSERDEM BENÖTIGT?

Ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Beschwerden oder ein Entlassungsbericht der Rehaklinik. In beiden Fällen ist es von Vorteil, wenn das notwendige Arbeitsmittel explizit genannt und darauf hingewiesen wird, dass z.B. die Beschaffung eines "orthopädischen Bürostuhls unabdingbar oder zwingend notwendig" ist. Zusätzlich muss ein Kostenvoranschlag des gewünschten lento-Produkts beigelegt werden.

WIE ERFOLGT DIE ABRECHNUNG?

Bei einem positiven Bescheid kaufen Sie den Stuhl und reichen die Rechnung beim Kostenträger ein, der die Kosten bis zum bewilligten Betrag erstattet. Ist die Anschaffung teurer, ist der Unterschiedsbetrag zu zahlen: entweder selbst, dann gehört das Möbel Ihnen und kann bei einem Arbeitsplatzwechsel mitgenommen werden, oder durch den Arbeitgeber, dann allerdings kann es ggf. nicht mitgenommen werden.